Frisurentrends für 2009

November 7, 2008

Hilfe, ich muss zum Friseur!

Friseur UtensilienEs soll ja Frauen geben, die oft und gerne zum Friseur gehen. Ich gehöre definitiv nicht dazu, und das aus gutem Grund.

Zu meiner Frisur gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Ich habe eine braune Naturkrause und einen simplen Stufenschnitt, den ich etwa drei Mal im Jahr nachschneiden lassen muss. Meine Friseuse muss also wirklich keine Meisterleistung vollbringen, wenn sie mich „unterm Messer“ hat. Ich erwarte lediglich, dass sie die Haare gleichmäßig kürzt, und ich nicht nach jedem Friseurbesuch selber die gröbsten Patzer beseitigen muss.

Aber da erwarte ich wohl doch zu viel. Die Haare sind auf der rechten Seite immer länger als auf der linken. Ich kann das ruhig zu Anfang sagen und auch während des Schneidens noch einmal darauf hinweisen. Sie zupft links und rechts je eine Strähne hoch, hält beide Strähnen auch relativ gerade oben zusammen, schneidet dann aber schief ab!

Ich habe es auch schon mit Trockenschneiden versucht, weil ich gehofft hatte, dass sie dann schneller sehen würde, dass das Ganze schief aussieht – aber es hat einfach nichts gebracht. Und für so etwas gebe ich dann EUR 34,00 aus, wohlgemerkt, nur für Waschen, Schneiden und Fönen. Zu Hause mache ich dann selber das, wofür ich den Friseur bereits bezahlt habe. Ich stelle mich vor den Badezimmerschrank, bei dem man zwei bespiegelte Türen links und rechts aufklappen kann, so dass man sich auch gut von der Seite und von hinten sehen kann, und schneide meine Haare nach. Wenn ich natürlich auch nur amateurhaft die Längen korrigieren kann, so sehe ich doch nach dieser Selbsthilfemaßnahme wesentlich besser aus, als wenn ich meine Haare in dem Zustand belasse, den die Friseuse für gut befunden hat.

Meine Abneigung gegen einen Friseur kommt aber nicht nur von deren Unfähigkeit zum gleichmäßigen Schneiden von Haaren. Nein, was sie dann anschließend mit mir anstellen, ist mindestens genau so schlimm. Bei meiner Krause braucht man eigentlich nichts weiter als eine Skelettbürste und einen Fön. Die Haare legen sich von ganz allein in die Form, die ihnen nun mal passt. Es hat gar keinen Sinn, sie glatt fönen zu wollen oder irgendwelche kunstvollen Gebilde daraus zu errichten. Ein Windstoß, oder das für meine Gegend typische „Sauwetter“ – und die ganze Pracht ist sowieso wieder dahin. Mir macht es auch gar nichts aus, dass ich nicht so durchgestylt bin wie viele andere Frauen.

Mir nicht, aber offensichtlich meiner Friseuse. Sie legt sich mächtig ins Zeug, um mich mit Hilfe von Haarfestiger und Gel aussehen zu lassen wie ein Rosettenmeerschweinchen, das man gerade aus dem Wasser gefischt hat.

Da ich ja weiß, was mir blüht, habe ich mir angewöhnt, Friseurtermine möglichst spät zu legen, um zumindest im Winterhalbjahr im Dunkeln nach Hause kommen zu können, wo man mich (hoffentlich) nicht so genau erkennt. Einkäufe, die ich bei der Gelegenheit gleich mit erledigen möchte, mache ich grundsätzlich vor dem Besuch beim Friseur, weil ich mich nachher nicht mehr in die Geschäfte traue, so wie ich aussehe. Wenn ich nach Hause komme, ist mein erster Gang der ins Badezimmer, wo ich mir gründlich die Haare wasche. Anschließend föne ich mich dann so zu recht, dass ich mich selbst im Spiegel wiedererkenne; und erst dann lasse ich mich in der Öffentlichkeit blicken.

Nun aber habe ich eine Möglichkeit gefunden, nur noch mit schief geschnittenen Haaren den Friseursalon wieder verlassen zu müssen. Ich gehe jetzt nämlich zu einem 10-Euro-Friseur, der genau so gut bzw. schlecht schneidet wie der teurere Friseur, bei dem ich mir aber anschließend die Haare selber fönen kann. Das Geld, das ich dabei spare, kann ich nun auch noch nach dem Friseurbesuch beim Friseurbedarf ausgeben, und ich laufe nicht einmal mehr rot an, wenn mir dort ein Bekannter über den Weg läuft.

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